Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland‑Pfalz zeigt sich tief erschüttert über die Berichte zu mutmaßlich schweren sexuellen Übergriffen auf eine Jugendliche im Berliner Jugendzentrum Wutzkyallee.
Nach übereinstimmenden Medieninformationen steht der Verdacht im Raum, dass eine 16‑jährige Schülerin über Monate hinweg Opfer sexualisierter Gewalt, Erpressung und Bedrohung geworden ist. Die Ermittlungen der Berliner Behörden laufen.
„Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, handelt es sich um ein gravierendes Versagen im Kindesschutz“, erklärt die AGARP. „Der Schutz von Minderjährigen ist nicht verhandelbar. Er steht über jeder politischen Rücksichtnahme, über jeder kulturellen Sensibilität und über jeder institutionellen Befindlichkeit.“
Besonders schwer wiegen die Hinweise, dass trotz früher Kenntnisse keine Anzeige erstattet wurde. Die AGARP betont, dass Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit eine klare gesetzliche Verantwortung tragen. „Es darf niemals passieren, dass ein Opfer allein gelassen wird, weil Verantwortliche Angst vor gesellschaftlichen Debatten haben“, heißt es weiter. „Sexualisierte Gewalt ist ein Verbrechen – unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund der Täter.“
Die AGARP fordert eine vollständige und transparente Aufklärung der Vorgänge sowie eine konsequente Überprüfung der internen Abläufe in Jugendfreizeiteinrichtungen.
Dazu gehören:
- verbindliche Meldewege bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt
- verpflichtende Schulungen für Mitarbeitende
- klare Verantwortlichkeiten zwischen Jugendamt, Trägern und Politik
- eine Kultur, in der Opferschutz immer Vorrang hat
„Wir stehen an der Seite der Betroffenen“, betont die AGARP. „Kinder und Jugendliche müssen sich in unseren Einrichtungen sicher fühlen können. Das ist kein Anspruch, sondern eine Pflicht.“
Über die rein institutionelle Aufklärung hinaus sieht die AGARP die kontinuierliche, präventive und aufklärende Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als eine zentrale gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Erwachsenen an. Erwachsene müssen hierbei ihrer Rolle als ethische Vorbilder gerecht werden und aktiv vermitteln, dass jegliche Form von Gewalt absolut unakzeptabel ist und unter keinen Umständen toleriert wird. Das Fundament dieser Arbeit bilden die Gleichberechtigung und die unantastbare Würde aller Menschen – unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Glauben. Diese Werte sind nicht nur Orientierungspunkte, sondern die tragenden Säulen unserer demokratischen Gesellschaft, die es im Alltag konsequent vorzuleben und zu schützen gilt.
Die Arbeitsgemeinschaft wird die Entwicklungen aufmerksam verfolgen und bietet ihre Expertise für den Austausch mit Fachstellen, Politik und Zivilgesellschaft an, um den Kindesschutz bundesweit zu stärken.
