der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz
Mainz, den 12.02.2026
Einschränkung von Integrationskursen belastet Kommunen und gefährdet erfolgreiche Integration
Das Bundesinnenministerium hat angekündigt, den Zugang zu Integrationskursen deutlich zu begrenzen. Freiwillige Teilnahmen sollen nicht mehr zugelassen werden. Nach Einschätzungen des Volkshochschulverbands betrifft dies rund 130.000 Menschen.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz sieht diese Entwicklung mit großer Sorge und weist auf die weitreichenden Folgen für Integration, Arbeitsmarkt und gesellschaftlichen Zusammenhalt hin.
Sprachkurse sind eine grundlegende Voraussetzung für erfolgreiche Integration. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse können Menschen ihren Alltag nicht selbstständig bewältigen, keine Arbeit aufnehmen und nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Besonders betroffen von den Einschränkungen sind Personen ohne gesetzlichen Anspruch auf einen Kursplatz. Dazu zählen unter anderem Asylsuchende im laufenden Verfahren, Geduldete, Geflüchtete aus der Ukraine sowie Bürgerinnen und Bürger aus EU-Staaten. Für viele von ihnen bedeutet die neue Regelung, dass sie im Jahr 2026 keinen Zugang mehr zu Sprachkursen erhalten, sofern sie die Kosten nicht selbst tragen können.
Diese Entscheidung trifft nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Kommunen und die zahlreichen ehrenamtlich Engagierten, die Integrationsarbeit vor Ort leisten. Wenn Sprachkurse wegfallen, steigt der Bedarf an Beratung und Unterstützung erheblich. Gleichzeitig wachsen die Risiken von sozialer Isolation, Missverständnissen und Konflikten. Integration wird dadurch nicht erleichtert, sondern deutlich erschwert.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz betont: Integration kann nur gelingen, wenn Menschen Zugang zur Sprachförderung erhalten. Einschränkungen bei Integrationskursen führen zu langfristigen Belastungen für Gesellschaft und Wirtschaft.
Wir stellen daher folgende Forderungen:
- Rücknahme der Einschränkungen beim Zugang zu Integrationskursen.
- Sicherstellung einer stabilen und verlässlichen Finanzierung der Sprachförderung durch Bund und Länder.
- Klare politische Zusagen, dass Integrationsmaßnahmen nicht künftig von kurzfristigen Sparentscheidungen abhängig gemacht werden.
- Schutz und Unterstützung besonders betroffener Gruppen, die ohne Sprachkurse keine realistische Chance auf gesellschaftliche Teilhabe haben.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach betont, dass Integration eine zentrale Zukunftsaufgabe ist. Die aktuellen Einschränkungen stehen im Widerspruch zu diesem Anspruch. Wer den Zugang zu Sprachkursen begrenzt, nimmt Menschen die Grundlage für Teilhabe und erschwert den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz steht an der Seite der Betroffenen und erwartet von der Bundesregierung, dass sie ihrer Verantwortung für eine nachhaltige und erfolgreiche Integrationspolitik gerecht wird.
