Mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung hat der Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat (BZI) den offiziellen Startschuss für das zukunftsweisende Projekt „Pass[t] Genau – Beratungsnetzwerk zur Einbürgerung“ gegeben.
Das bereits zum 1. Juli 2026 gestartete Projekt stieß von Beginn an auf überwältigende Resonanz: Zahlreiche engagierte Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet reisten an, um gemeinsam Wege zu mehr gesellschaftlicher Teilhabe und Chancengleichheit zu ebnen.
Prominente Unterstützung aus Politik und Ländern
Die BZI-Vorsitzende Didem Karabulut hieß die Anwesenden herzlich willkommen und hob in ihrer Eröffnungsrede die große Bedeutung des Projekts hervor. Als Ehrengäste unterstrichen Frau Katrin Hechler, Staatssekretärin im hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, sowie Herr Miguel Vicente, Beauftragter der Landesregierung für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz als hochrangige politische Vertretende die Relevanz des Themas auf Landesebene.

Einbürgerung als Schlüssel gelungener Integration
Mit dem Hinweis „Einbürgerung gelingt nur gemeinsam“ brachte Staatssekretärin Katrin Hechler die aktuellen Herausforderungen auf den Punkt. Der Weg zu einer erfolgreichen Einbürgerung sei hochkomplex und fordere von allen Beteiligten viel Geduld, Ausdauer und die Bereitschaft, bürokratische Hürden zu überwinden – nicht zuletzt aufgrund des spürbaren Personalmangels in den Behörden. Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen bleibe das Ziel jedoch unverrückbar: „Wir wollen, dass Einbürgerung gelingt“, betonte Hechler. Die Einbürgerung sei weit mehr als ein bürokratischer Akt, sondern das Fundament einer erfolgreichen Integration. Um die Verfahren künftig einfacher, schneller und effizienter zu gestalten, empfahl die Staatssekretärin eine nachhaltige Verstetigung der Prozesse. Jede gute Idee, die dazu beitrage, die Abläufe zu verbessern, liege im Interesse aller.
Ein besonderer Dank der Staatssekretärin galt hierbei allen Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen sowie den Lotsinnen und Lotsen, die sich tagtäglich dieser anspruchsvollen Aufgabe widmen und deren unermüdlicher Einsatz sichtbar Früchte trage.

Erfolge und Impulse für die Einbürgerungslotsen
Miguel Vicente führte in seiner Rede aus, dass nach einer dreijährigen Modellphase des Projekts auch im Bundesland Rheinland-Pfalz erfolgreich gezeigt werden konnte, wie gelungene Integrationspolitik in der Praxis aussieht. Auch wenn das Projekt noch nicht flächendeckend in allen Bundesländern durchgeführt werde, sprächen die Ergebnisse der Modellregionen für sich. Zahlreiche engagierte Einbürgerungslotsinnen und -lotsen seien bereits erfolgreich ausgebildet worden und stünden nun bereit, um Menschen auf ihrem Weg zur Staatsbürgerschaft zu begleiten.
Das Fundament des Erfolgs liege dabei in der engen Kooperation mit den Behörden. Ein zentraler Erfolgsfaktor für die Arbeit der ehrenamtlichen Lotsen sei die Verzahnung mit den zuständigen Stellen vor Ort. Nur wenn Verwaltung und Ehrenamt Hand in Hand arbeiteten, entstehe eine echte Win-Win-Situation. Mit Blick auf die zukünftige Arbeit in Hessen und in Baden-Württemberg betonte Herr Vicente, wie wichtig es sei, die Verbindung zu den zuständigen Ministerien und Ämtern von Anfang an stark zu besetzen. So könne das Ehrenamt wirksam unterstützt und Überlastungen vermieden werden.
Gemeinsam in die Zukunft
Herr Vicente fügte hinzu, dass die Einbürgerung das wichtigste Instrument der Integration sei. Im Zuge der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2024 wurde die Einbürgerung von jahrzehntelangen Hürden befreit. Insbesondere durch die Ermöglichung der Mehrstaatigkeit gelte es nun, dieses neue Recht mit Leben zu füllen, eine frühzeitige Teilhabe zu ermöglichen und vorhandene Potenziale zu nutzen.
Ein besonderer Dank galt zudem Frau Natalie Pawlik, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie der Beauftragten der Bundesregierung für Antirassismus. Ihr Haus fördert das Projekt und ermöglicht damit die wichtige Arbeit. Frau Pawlik musste ihre Teilnahme kurzfristig absagen, übermittelte jedoch herzliche Grüße und sprach dem Projektteam sowie den ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen ihren tiefen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz aus.
Das Ziel: Hürden abbauen, Ehrenamt stärken
Das Projekt „Pass[t] Genau – Beratungsnetzwerk zur Einbürgerung“ reagiert direkt auf die aktuellen Herausforderungen im Einbürgerungsprozess. Gemeinsam mit starken Kooperationspartnern – dem Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen Baden-Württemberg (LAKA), der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen (AGAH) und der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz (AGARP) – verfolgt das BZI klare Kernziele:
- Teilhabe und Chancengleichheit: Einen spürbaren Beitrag zu einer erfolgreichen Integration leisten.
- Sensibilisierung: Aufmerksam machen auf lange Wartezeiten, bürokratische Hürden und die damit verbundene Unsicherheit für einbürgerungswillige Mitbürgerinnen und Mitbürger.
- Anerkennung des Ehrenamts: Die wertvolle Arbeit der Einbürgerungslotsinnen und -lotsen bundesweit sichtbar machen sowie sich für deren strukturelle Förderung und faire Vergütungsmöglichkeiten starkmachen.
Intensive Facharbeit in den Workshops
Nach den politischen Impulsen ging es für die Teilnehmenden in die Praxis. In drei parallel laufenden Workshops wurden zentrale Aspekte der Projekt- und Netzwerkstruktur intensiv diskutiert:
- Workshop 1: „Hürden, Herausforderungen und Ziele einer Projektarbeit“ (Leitung: Okan Karasu, Projektleiter Hessen)
- Workshop 2: „Verantwortungen und Aufgaben der Lotsinnen und Lotsen“ (Leitung: Kathrin Keller, Co-Projektleiterin Rheinland-Pfalz)
- Workshop 3: „Einbürgerung im Fokus der sozialen und politischen Partizipation“ (Leitung: Didem Karabulut & Enis Gülegen, BZI-Vorstand)
Ein starkes Signal für die Zukunft
Nach der gemeinsamen Mittagspause wurden die praxisnahen Ergebnisse der Workshops im Plenum präsentiert. Die gewonnenen Erkenntnisse und erreichten Kooperationen bilden das Fundament für eine nachhaltige Netzwerkarbeit. Das Projekt „Pass[t] Genau – Beratungsnetzwerk zur Einbürgerung“ hat mit dieser Auftaktveranstaltung ein kraftvolles Signal für eine Willkommenskultur gesendet, die Bürokratie abbaut und Menschen aktiv auf ihrem Weg zur Einbürgerung begleitet.
Als AGARP sind wir glücklich, ein aktiver Teil und Kooperationspartner dieses wertvollen Projektes zu sein und rufen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger dazu auf, für unsere gemeinsame Zukunft, für unsere Mitmenschen, welche unsere Untersützung, unsere Beratung und unsere Begleitung dringend benötigen, mit Herz, mit Ausdauer und einer motivierenden Entschlossenheit Lotsin und Lotse zu werden.
Auch stehen wir als AGARP im Zeitrahmen unserer offenen Sprechstunden für Einbürgerungsinteressierte mit unserem professionellen Beratungsteam sehr gerne zur Verfügung.






















