Kinder unserer Zukunft

Der Weltkindertag am 20. September führt uns jedes Jahr vor Augen, was unsere Prioritäten sind: Kinder sollen sicher aufwachsen, ernst genommen werden sowie die gleichen Chancen erhalten. Dies gilt für alle Kinder; unabhängig davon, wo sie geboren wurden, wo und unter welchen Bedingungen sie (er)leben, welche Sprache sie sprechen oder welche Erfahrungen sie einbringen.

Für uns als Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz ist dieser Tag Anlass, genauer hinzusehen, wie es Kindern mit Migrations- und Fluchterfahrung in unserem Bundesland ergeht und was wir alle gemeinsam dazu beitragen können, die Lebenssituation, den Alltag und die Zukunft der Kinder nachhaltig zu verbessern.

Wir erleben in den Städten und Gemeinden in Rheinland-Pfalz, dass viele dieser Kinder traumatische Belastungen in sich mittragen, welche auf den ersten Blick oft kaum sichtbar sind. Kinder benötigen Vertrauen, Verlässlichkeit und Verantwortung. Sie benötigen eine kultursensible, eine fürsorgliche, vorsorgliche und lösungsorientierte Förderung, Begleitung und Unterstützung in ihrem Alltag, in ihrer Schule, in ihrer Kita, in ihrem sozialen Lebensmittellpunkt, in ihrer Familie und in ihren Sorgen und Ängsten. Sie benötigen gute Schulen, offen zugängliche Vereine, sichere Räume und sie benötigen Erwachsene, welche ihnen aufmerksam zuhören und sie auf ihrem Lebensweg begleiten.

Kinderrechte dürfen nicht nur in Gesetzen verankert sein. Kinderrechte sie müssen im Alltag spürbar und sichtbar werden. Wenn ein Kind keinen Zugang zu einer Sprachförderung erhält, wenn Familien an bürokratischen Hürden scheitern und wenn Kinder Diskriminierung, gar Rassismus, erleben, dann ist es Zeit, dann ist es ein klarer Auftrag an Politik, an die Verwaltung und an die Gesellschaft. Kinderrechte müssen bei jeder kommunalen Entscheidung mitbedacht, mitberücksichtigt und mitbenannt werden und dürfen niemals zu einer Nebensache werden. Auch bundesweit zeigt sich, dass Kinder mit Migrations- und Fluchtgeschichte meist schlechtere Chancen im Leben haben. Viele sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. Sie erleben Ausgrenzung, Missachtung oder stoßen in ihrem doch so jungen Leben insbesondere im Schul- und Bildungssystem auf deutliche Hürden und Herausforderungen.

Aus diesem Grunde sind ein vorsorglicher und nachhaltiger Schutz der Kinderrechte, eine erlebbare und praktikable Chancengleichheit an Schulen und Kitas, eine aktive und zeilgerichtete Integrationspolitik, welche Kinder nicht als „Zusatz“ ihrer Eltern und Sorgeberechtigten betrachtet, sondern Kinder als Menschen mit eigenen Rechten anerkennt und verteidigt, (über)lebenswichtige Schritte für mehr Teilhabe und Gerechtigkeit.

Daher unterstützt die AGARP die Forderung, Kinderrechte ausdrücklich im Grundgesetz zu verankern und politische Entscheidungen konsequent darauf zu prüfen, welche Auswirkungen diese Entscheidungen der Erwachsenen auf Kinder haben.

Der Blick über Deutschland hinaus macht es deutlich. Die Herausforderungen sind weltweit zu erkennen. Millionen von Kindern leben inmitten von Kriegs- und Krisengebieten, auf der Flucht oder in extremer Armut. Viele haben keinen Zugang zur Bildung, zu medizinischer Versorgung oder zu einem sicheren Zuhause.

Als Beiräte in Rheinland-Pfalz können wir diese Probleme nicht allein lösen. Jedoch können wir gemeinsam Haltung zeigen: Kinderrechte gelten überall und für jedes Kind. Wir erwarten und fordern, dass alle Länder in ihrer Verantwortung und Pflicht ihren internationalen menschenrechtlichen Aufgaben und Verpflichtungen nachkommen, die humanitäre Hilfe insbesondere für Kinder und Familien stärken und Kindern auf Ihrer Flucht Schutz, Sicherheit und Zukunftsperspektiven bieten.

Der Weltkindertag ist für uns kein Feiertag, sondern eine Erinnerung und ein Auftrag zum Handeln. Kinder brauchen keine schönen Worte, sondern konkrete Handlungen. Wir stehen dafür ein, dass jedes Kind gesehen, geschützt und gefördert wird und die Chance erhält, seine eigene Zukunft selbstbestimmend in die Hand zu nehmen.

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