Stellungnahme der AGARP zum Tod von Rita Süssmuth

Die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte und Integrationsbeiräte in Rheinland‑Pfalz (AGARP) nimmt mit großer Trauer den Tod von Rita Süssmuth zur Kenntnis. Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesministerin ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Mit ihr verliert Deutschland eine der konsequentesten politischen Stimmen für Menschenwürde, Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Eine verlässliche Partnerin der Einwanderungsgesellschaft

Für die Integrationsbeiräte und für viele Menschen mit Migrationsgeschichte war Rita Süssmuth weit mehr als eine profilierte Politikerin. Sie war eine verlässliche Verbündete, die früh und klar benannte, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist – und dass Integration nur gelingt, wenn sie auf Augenhöhe, mit Respekt und mit einer klaren Haltung gegen Ausgrenzung gestaltet wird.

♦ Sie setzte sich über Jahrzehnte hinweg für eine menschenwürdige Integrationspolitik ein.

♦ Sie bekämpfte die Stigmatisierung vulnerabler Gruppen, etwa in der HIV/AIDS‑Debatte, und prägte den Grundsatz: „Die Krankheit bekämpfen, nicht die Kranken.“  

♦ Sie trat offen gegen Diskriminierung auf und verstand gesellschaftliche Vielfalt als demokratische Stärke.

Ihr Wirken bleibt für die Integrationsbeiräte in Rheinland‑Pfalz ein wichtiger Orientierungspunkt für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft.

Eine Pionierin der Frauenrechte

Rita Süssmuth war eine der prägendsten frauenpolitischen Stimmen der Bundesrepublik. Als Bundesministerin und später als Bundestagspräsidentin setzte sie Maßstäbe für Gleichstellung und gesellschaftliche Teilhabe.

♦ Sie kämpfte für reproduktive Selbstbestimmung und gegen patriarchale Strukturen.  

♦ Sie warnte früh vor Rückschritten in der Gleichstellung, etwa in Krisenzeiten wie der Corona‑Pandemie.  

♦ Bis ins hohe Alter forderte sie mehr Repräsentanz von Frauen in politischen Entscheidungsräumen.

Für Frauen mit und ohne Migrationsgeschichte war sie ein Vorbild an Mut, Klarheit und Beharrlichkeit.

Ein Vermächtnis, das verpflichtet

Rita Süssmuth hinterlässt ein politisches und moralisches Vermächtnis, das aktueller ist denn je:

♦ Integration braucht Respekt, Teilhabe und gleiche Rechte.  

♦ Frauenrechte sind unveräußerliche Menschenrechte.  

♦ Demokratie lebt von mutigen Stimmen, die sich nicht beugen.

Die AGARP verneigt sich vor einer Politikerin, die nie wegsah, die Konflikte nicht scheute und die sich stets für jene einsetzte, deren Stimmen zu leise waren.

Ihr Engagement bleibt Verpflichtung; für Politik, Zivilgesellschaft und für alle, die an eine offene, gerechte und solidarische Gesellschaft glauben.

Rheinland-Pfalz
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