Härtefallkommission erhalten – Menschlichkeit bewahren, Rechtsstaat stärken

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz (AGARP)

Mainz, 29. Januar 2026

Härtefallkommission erhalten – Menschlichkeit bewahren, Rechtsstaat stärken

Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz (AGARP) spricht sich mit Nachdruck gegen den Antrag der AfD-Fraktion zur Abschaffung der Härtefallkommission (Drucksache 18/13975) aus, der heute im Landtag Rheinland-Pfalz beraten wird.

Die Härtefallkommission ist ein pluralistisch zusammengesetztes Gremium, das staatliche Stellen, kommunale Spitzenverbände, Kirchen, Wohlfahrtsverbände, Menschenrechtsorganisationen und Migrantenvertretungen vereint. Diese Vielfalt garantiert, dass Entscheidungen nicht einseitig, sondern im breiten gesellschaftlichen Konsens getroffen werden. Sie ist Ausdruck eines Rechtsstaats, der nicht nur Paragraphen kennt, sondern auch die Würde des Menschen achtet.

Argumente für den Erhalt:

– Humanitäre Einzelfallgerechtigkeit: Die Kommission prüft Fälle, in denen gesetzliche Regelungen keine ausreichende Antwort auf komplexe Lebenslagen bieten. Sie ist kein Rechtsbehelf, sondern ein Korrektiv für besondere Härten.
– Demokratische Legitimation: Die Kommission ist plural zusammengesetzt – unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern des Integrationsministeriums, der Bürgerbeauftragten, der kommunalen Spitzenverbände, der Kirchen, der Wohlfahrtsverbände, der AGARP und von Amnesty International.
– Vertrauensbildend: Die Möglichkeit, in extremen Härtefällen Gehör zu finden, stärkt das Vertrauen von Migrantinnen und Migranten in die demokratischen Institutionen und verhindert Ohnmachtserfahrungen.
– Integrationsfördernd: Viele der Betroffenen sind gut integriert, arbeiten, engagieren sich ehrenamtlich und sind Teil unserer Gesellschaft. Die Kommission ermöglicht ihnen eine Perspektive – das ist gelebte Integration.
– Rechtsstaatliche Transparenz: Entscheidungen erfolgen nach klaren Kriterien und mit Zweidrittelmehrheit. Sie sind keine Umgehung des Rechts, sondern Teil davon.

Unsere Forderung:

Wir fordern alle demokratischen Fraktionen im Landtag auf, den Antrag der AfD geschlossen abzulehnen. Die Abschaffung der Härtefallkommission wäre ein Angriff auf die humanitäre Substanz unseres Rechtsstaats und ein fatales integrationspolitisches Signal. Rheinland-Pfalz darf nicht den Weg der Entmenschlichung gehen, sondern muss die Rechte der Betroffenen wahren und die Einzelfallprüfung beibehalten.

Die AGARP steht für eine solidarische Gesellschaft, die auch in schwierigen Fällen Menschlichkeit zeigt. Die Härtefallkommission ist dafür ein unverzichtbares Instrument.

Kontakt:
AGARP: agarp@agarp.de | www.agarp.de

Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz wählt neuen Vorstand und stärkt demokratische Teilhabe

Pressemitteilung
Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz wählt neuen Vorstand und stärkt demokratische Teilhabe

Mainz, 21. September 2025 – Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz (AGARP) hat am 20. September 2025 im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand gewählt und eine gezielte Satzungsänderung beschlossen. Über 90 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesland kamen in konstruktiver und wertschätzender Atmosphäre zusammen – ein starkes Zeichen für gelebte Beteiligung und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mit der beschlossenen Satzungsänderung wurde der Vorstand von bisher 9 auf nun 15 Mitglieder erweitert. Damit unterstreicht die AGARP ihre langjährige Ausrichtung auf Vielfalt, Gleichbehandlung und demokratische Teilhabe. Gleichzeitig entstehen neue strukturelle Möglichkeiten, um die rund 80 kommunalen Beiräte in Rheinland-Pfalz noch wirksamer zu unterstützen.

Als Vorsitzender wurde Kemal Gülcehre (Alzey) im Amt bestätigt. Ihm stehen vier gleichberechtigte stellvertretende Vorsitzende zur Seite:

  • Mihaela Milanova (Stadt Konz / Landkreis Trier-Saarburg)
  • Ziya Yüksel (Landkreis Germersheim)
  • Lale Scherer (Kreis Mainz-Bingen)
  • Yusuf Kalaycı (Landkreis Altenkirchen)

Zum erweiterten Vorstand gehören:

  • E. Fernando Andia (Stadt Trier)
  • Dr. Dorothea Fuhr (Landkreis Germersheim)
  • Klaudia Fuchs (Landau)
  • Nader Samadi Tehrani (Landkreis Kaiserslautern)
  • Miguel Rahal (Landkreis Bitburg-Prüm)
  • Rodi Almohamad (Landkreis Alzey-Worms)
  • Nihal Bayram (Mainz)
  • Vlasiuk Valentyna (BMI Stadt Kaiserslautern)
  • Zeynep Beğen (Main-Koblenz-Kreis)
  • Zillan Daoud (Bad Kreuznach)

„Mit der Erweiterung des Vorstands schaffen wir mehr Raum für Mitwirkung und spiegeln die Vielfalt unserer Beiräte noch besser wider“, betonte Kemal Gülcehre in seiner Ansprache.

Zu den Gästen der Versammlung zählten unter anderem der Landesbeauftragte für Migration und Integration, Miguel Vicente, sowie Herr Schlosser, Beigeordneter der Stadt Bad Kreuznach. Beide würdigten die engagierte Arbeit der Beiräte und begrüßten die neuen Impulse für eine offene und partizipative Integrationspolitik.

Ein besonderer Dank gilt Frau Anna Kunz, Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration im Landkreis Bad Kreuznach, für ihre wertschätzenden Grußworte. Die AGARP bedankt sich herzlich beim Beirat des Landkreises Bad Kreuznach für die großzügige Gastfreundschaft und die Unterstützung bei der Durchführung der Versammlung.

Die Arbeitsgemeinschaft bleibt ein verlässlicher Partner für Kommunen, Landespolitik und zivilgesellschaftliche Organisationen – mit klarem Fokus auf Menschenrechte, Teilhabe und soziale Gerechtigkeit.

Kontakt
Arbeitsgemeinschaft der Beiräte in Rheinland-Pfalz
E-Mail: agarp@agarp.de

Rheinland-Pfalz
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