PRESSEMITTEILUNG  

der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz

Mainz, den 02.03.2026

Ein starkes Signal für Zusammenhalt: AGARP feiert Neujahrsempfang 2026 in Alzey

ALZEY. Am Samstag, 28.02.2026 lud die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration Rheinland-Pfalz (AGARP) zu ihrem traditionellen Neujahrsempfang in die Stadthalle von Alzey ein. Die Veranstaltung in Alzey bot eine eindrucksvolle Mischung aus politischem Austausch, kultureller Vielfalt und der Würdigung langjährigen ehrenamtlichen Engagements.

Bereits die Eröffnung setzte ein Zeichen für die verbindende Kraft der Musik – eine Sprache, die Grenzen überwindet und Menschen zusammenführt. Den Auftakt machte „Rhythmus der Kulturen“, eine Formation, die genau diesen Gedanken verkörpert: Mit orientalischen Instrumenten und einer Darbietung von außergewöhnlicher Ausdruckskraft – dem Derwisch-Tanz – verzauberte die Gruppe das Publikum. Dieser Tanz ist geprägt von tiefer Spiritualität und symbolischer Schönheit.

In seiner Eröffnungsrede blickte der AGARP-Vorsitzende, Kemal Gülcehre, auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück und gab einen entschlossenen Ausblick auf die Schwerpunkte für 2026. Er betonte dabei die zentrale Rolle der Beiräte für die demokratische Teilhabe im Land.

Auch der Bürgermeister der Stadt Alzey, Herr Steffen Jung, hieß die Gäste willkommen und unterstrich in seiner Rede die Bedeutung interkultureller Begegnungen für das städtische Zusammenleben.

Ein besonderer Moment des Abends war die Rede von Herrn Miguel Vicente, dem Beauftragten der Landesregierung für Migration und Integration. Herr Vicente rief zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und dem Schutz der Vielfalt auf – Werte, welche er als unverzichtbares Fundament unserer Gesellschaft bezeichnete. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Iran setzte Vicente zudem ein Zeichen der Solidarität. Er forderte dazu auf, gemeinsam innezuhalten und Mitgefühl sowie Fürsorge über Grenzen hinweg zu zeigen, da die Gedanken vieler Anwesender in dieser Zeit fest bei den Menschen im Iran verweilen.

Da der Empfang zeitlich mit der Fastenzeit zusammenfiel, wurde das anschließende gemeinsame Fastenbrechen zum gelebten Beispiel für Respekt und Zusammenhalt.

Das Programm spiegelte die Vielfalt von Rheinland-Pfalz wieder:  

• Ein ukrainischer Chor sowie ein russischer Chor präsentierten traditionelle Musik und setzten ein kraftvolles Zeichen für ein friedliches Miteinander.  

• Der junge Musiker Samuel Roushanai der Bahai Gemeinde und präsentierte auf seiner Gitarre gemeinsam mit unserem Kollegen Miguel Rahal in Begleitung traditionelle Musik seiner Gemeinschaft.

• Zum Abschluss sorgte eine Tanzgruppe aus Kolumbien für ausgelassene Stimmung. Die Lebensfreude war so ansteckend, dass schließlich der ganze Saal mitmachte. Das lateinamerikanische Ensemble präsentierte „Colombia Pasión“ und brachte durch Ihre einzigartige Tanzperformance Vielfalt, Integration und kulturellen Ausdruck in Bewegung.

Der emotionale Höhepunkt war die Ehrung von fünf herausragenden Persönlichkeiten. Diese langjährigen Mitglieder wurden als Wegbereiter der AGARP ausgezeichnet. Mit Herz, Disziplin und unermüdlichem Einsatz haben sie über Jahrzehnte hinweg ihre lokalen Beiräte, die AGARP und das Land Rheinland-Pfalz geprägt. Ihre vorbildliche Arbeit im Ehrenamt wurde begeistert gewürdigt.

Geehrt wurden: Herr Vito Contento, Frau Olga Lenk, Herr Sofronios Spytalimakis, Frau Gunda Gercke-Stolzenbach sowie Herr Carlo Riva.

AGARP appelliert für die Menschenrechte

Die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland‑Pfalz (AGARP) nimmt die Entscheidung des Deutschen Bundestages vom 27. Februar 2026 mit großer Sorge zur Kenntnis.

Mit der Zustimmung zur Umsetzung der europäischen Asylreform hat das Parlament weitreichende Verschärfungen im Asylsystem beschlossen, die tief in die Rechte und Lebensrealitäten Schutzsuchender eingreifen.

Nach den vorliegenden Informationen sieht die Reform unter anderem verpflichtende Grenzverfahren an den EU‑Außengrenzen vor, bei denen insbesondere Menschen mit geringer Bleibeperspektive festgehalten werden sollen, bis über ihren Antrag entschieden ist.

Darüber hinaus ermöglicht das Gesetz den Bundesländern die Einrichtung sogenannter Sekundärmigrationszentren, in denen die Bewegungsfreiheit von Menschen eingeschränkt werden kann, deren Verfahren eigentlich in einem anderen EU‑Staat geführt werden müssten. Vertreter der Opposition kritisierten, dass Menschen dort „de facto weggesperrt“ würden und warnten vor verfassungsrechtlichen Problemen. Zugleich betonte die Bundesregierung, die Reform diene der Beschleunigung von Verfahren und einer konsequenteren Durchsetzung von Abschiebungen.

Die AGARP erkennt an, dass der Bundestag parallel Erleichterungen beim Arbeitsmarktzugang für Asylsuchende beschlossen hat. Diese Maßnahmen sind grundsätzlich zu begrüßen, reichen jedoch aus Sicht der Beiräte nicht aus, um die integrationspolitischen Schäden der übrigen Reformbestandteile auszugleichen. Menschen, die über Monate in Grenzverfahren oder in Einrichtungen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit festgehalten werden, haben kaum eine Chance auf frühzeitige Teilhabe, auf Stabilität oder auf den Aufbau einer beruflichen Perspektive. Integration beginnt mit Sicherheit und Zugang – nicht mit Isolation und Unsicherheit.

Vorsitzender Kemal Gülcehre erklärt hierzu: „Diese Reform verschiebt den Fokus weg von Menschenrechten und Integration hin zu Abschottung und Freiheitsbeschränkung. Wer Integration fordert, darf Menschen nicht isolieren. Wer Arbeitsmarktintegration stärken will, muss sichere Perspektiven schaffen. Die AGARP Rheinland‑Pfalz wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Schutzsuchende menschenwürdig behandelt werden und echte Chancen auf Teilhabe erhalten.“

Aus Sicht der AGARP gefährden die beschlossenen Maßnahmen grundlegende rechtsstaatliche Standards und belasten die Kommunen in Rheinland‑Pfalz zusätzlich.

Die geplanten Zentren und die verschärften Regelungen führen zu längeren Unsicherheiten, erschweren die Arbeit der kommunalen Verwaltungen und beeinträchtigen den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Arbeitsgemeinschaft fordert daher, Freiheitsbeschränkungen nur unter strikter richterlicher Kontrolle zuzulassen, keine Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten vorzunehmen, kommunale Strukturen zu stärken und den Arbeitsmarktzugang für alle Asylsuchenden frühzeitig und verbindlich zu ermöglichen.

Die AGARP appelliert an die Landesregierung Rheinland‑Pfalz sowie an die kommunalen Entscheidungsträger, die Auswirkungen der Reform kritisch zu begleiten und sich für menschenrechtskonforme, integrationsfördernde und kommunal tragfähige Lösungen einzusetzen.

Kabarett mit Tiefgang in Bonn

Liebe Kunst und Kabarett Interessierte,

anbei eine tolle Möglichkeit, wieder entspannt und gemeinsam zu lachen.

In einer Welt strenger Ziele, in einem Alltag voller Hürden und Herausforderungen ist dies eine schöne Abwechslung.

Die offizielle Bekanntgabe lautet wie folgt:

„Muhsin Omurca, entdeckt von Dieter Hildebrandt, hat konkrete Lösungen zu Integration: „Kuscheltürken“ für Babys oder „Integrations-Anleitungen à la Ikea“. Als Erfinder des Begriffs „Biodeutsch“ (Unwort des Jahres 2024) kennt er kulturelle Unterschiede und ist stolz, nun „staatlich geprüfter Deutscher“ zu sein – und er steht dazu: „Als ehemaliger Türke, Neudeutscher, muss ich mich jetzt auch zu meiner deutschen Vergangenheit bekennen.“

Scharfsinnig in Sachen Sicherheit: Migranten sichern Bahnhöfe, Banken und Behörden, während die Biodeutschen diskutieren und den Wehrdienst verweigern. Muhsin schlägt vor: Migranten! Erst Bundeswehr, dann Integrationskurs – und Wehrpflicht für die lautesten Migrationsgegner.

Omurca eroberte die Kabarettbühnen, ist Träger des Deutschen Kabarettpreises, tourt von Deutschland bis Japan und zählt zur Spitze der Szene.“

Anmeldungen unter: https://eveeno.com/muhsin_omurca

Ankündigung _ Podiumsdiskussion in Bad Kreuznach

Der Beirat für Migration und Integration des Landkreises Bad Kreuznach lädt alle Interessierten zu einer Podiumsdiskussion ein.    

Unter dem Titel „Landespolitik mit Wirkung vor Ort. Wege der Migration und Integration.“ soll ein gemeinsamer und offener Austausch über die zukünftige Ausrichtung der Migrations- und Integrationspolitik sowie den Bürgerinnen und Bürgern Einblicke in die persönlichen Haltungen und politischen Schwerpunkte der Kandidierenden ermöglicht werden. Ein hierbei wichtiger Fokus ist die Tatsache, dass Entscheidungen des Landtags direkte Auswirkungen auf das Leben im Landkreis Bad Kreuznach und damit auf das Bundesland Rheinland-Pfalz haben werden.

Es diskutieren die Kandidatinnen und Kandidaten der Wahlkreise 17 und 18.

Die Diskussion findet am Dienstag, den 24.02.2026 beginnend um 17:30Uhr in der Kreisverwaltung der Stadt Bad Kreuznach statt.

21. Februar _ Internationale Tag der Muttersprache 

der Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration in Rheinland-Pfalz

Mainz, den 21.02.2026

Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit

Die Bedeutung und Wirkung einer Muttersprache ist neben dem Fundament einer Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung, neben der Brückenfunkton eines kognitiven (Er)Lernens sowie neben einer Grundlage für den Erwerb weiterer Sprachen vor allem ein wichtiger Grundbaustein für den Erhalt unserer gemeinsamen und kulturellen Vielfalt.

Weltweit konnten 423 verschiedene Sprachfamilien und 7.170 lebende Sprachen registriert werden.

Der vom Bundesland Rheinland-Pfalz geförderte und unter Leitung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) begleitete Herkunftssprachenunterricht (HSU) ist in seiner zentralen Bedeutung einer individuellen Entwicklung von Schülerinnen und Schülern mit Migrations- und Fluchtgeschichte sowie im Fokus einer gesellschaftlichen Vielfalt und Zugehörigkeit essentiell für den eigenen Bildungserfolg eines jeden Menschen, für die eigene Identitätsbildung sowie für die kulturelle Kompetenz eines jeden Kindes.

Aus diesem Grunde begrüßt und unterstützt die Arbeitsgemeinschaft der Beiräte für Migration und Integration das Landesprogramm Herkunftssprachenunterricht (HSU) und ruft alle Eltern dazu auf, ihre Kinder bis spätestens zum 17.04.2026 über das eigene Schulsekretariat ihres Kindes anzumelden. Alle Schülerinnen und Schüler ab der 1. Klasse bis zur 10.Klassen haben das Recht und die Möglichkeit, an diesem Unterricht zur Förderung der eigenen Herkunftssprache und Muttersprache teilzunehmen.

„Wenn du mit einem Menschen in einer Sprache sprichst, die er versteht, geht das in seinen Kopf. Wenn du mit ihm in seiner Muttersprache sprichst, geht das in sein Herz.“  (Nelson Mandela)

Rheinland-Pfalz
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